Unsere Puten

Imposante Tierchen
Imposante Tierchen

Eine Idee von uns war dass uns noch Puten fehlten. Da wir so gar keine Ahnung davon hatten versuchten wir uns im Internet ein wenig schlau zu machen. Leider gibt es nur sehr wenig Brauchbares für Puten in der Hobbyzucht. Dennoch wagten wir einen Versuch im Frühjahr 2010 mit einem Bronzeputer und einer grauen und schwarzen Henne.

 

Ich kannte von meiner Urgroßmutter her Puten und hatte eigentlich einen riesigen Respekt vor dem Puter. Denn bei meiner Urgroßmutter gab es nur ein Plumpsklo und das stand direkt am Ende des Putengeheges. Eines Tages musste ich so dringend und niemand war zu Hause. Also wartete ich bis alle Puten im Geflügelhaus waren und schlich mich auf die Toi. Doch dachte ich nicht daran die Stalltür zuzumachen. Die Puten waren natürlich neugierig und stellten sich vor die Toilettentür und ich kam nicht mehr raus. Wenn ich durchs Guckloch schaute und versuchte sie zu verscheuchen, hatten die Puter einen riesigen Spaß, plusterten sich auf und gaben ihren merkwürdigen Ton ab, den ich als „Angriff mit Attacke“ verstand. Zum Glück kam meine Urgroßmutter nach einer halben Stunde und rettete mich. Doch dieses Erlebnis habe ich nie vergessen.

Aber wir hatten Glück mit unserem Puter, er ist sehr lieb, kommt und ist neugierig. Natürlich ist es seine Natur zu zeigen wie toll er aussieht, doch er macht es ohne anzugreifen. Gefährlicher sind da schon eher die Hennen. Wenn sie Junge haben, ist mit ihnen nicht gut Kirschenessen. Sie können heftig zuhacken und ihre Flügel werden so in Schwingung gebracht das es sich anhört als hätten sie 1000 Säbel unterm Federkleid.

 

Da wir kaum eine brauchbare Literatur gefunden hatten was die Aufzucht der Putenküken angeht, haben wir einfach alles ausprobiert was für uns nützlich erschien. Solange die Weibchen Brüten bewacht der Puter das Nest. Auch beim Schlüpf der Küken erwies er sich als guter Vater. In keinster Weise griff er die Küken an, er ging mit ihnen auch zum Futter, wenn sie ihm zu nahe kamen schubste er sie sanft weg ohne sie zu verletzen.

Wir befürchteten dass die Hennen während des Brütens nichts fraßen, so haben wir sie an Anfangs jeden Morgen aus den Stall gescheucht und ca. 20 Min. die Stalltür zugemacht. Aber wir stellten fest dass dies unnötig war. Da sie zu zweit Brüteten wechselten sie sich mit dem Fressen ab, sodass immer eine Pute bei den Eiern blieb. 

 

Auch hatten wir gelesen dass die Küken nicht zum Futter finden oder die Henne sie nicht dort hin bringen. Also hat mein Mann Anfangs auch mehrmals am Tag die Küken aus dem Stall. Das war gar nicht so einfach, denn die Puten sind recht wehrhafte Mütter und mein Mann sah oft ganz schön verschrammt aus. Nach ca. 2 Tagen merkten wir aber zum Glück das die Kleinen alleine zum Futter fanden und auch wieder alleine in den Stall kamen. So hatten wir eine Sorge weniger.

 

Da wir die Putenküken so natürlich wie möglich aufziehen wollten gab es jeden Tag zusätzlich zu dem Getreide und Mais-Mix, gehackte Eier, Brennnessel und Oregano. Nach ca. 10 Tagen kam noch Quark hinzu. Sie wuchsen sehr schnell heran und entwickelten sich gut.

Da wir zuviele Puter hatten mussten wir im Herbst 2 Puter verkaufen, aber die Hennen bleiben bei uns. Wir sind gespannt ob es in diesem Jahr wieder so gut  mit dem Brüten und der Aufzucht klappt, da inzwischen in einen größeren Stall mit großem Auslauf umgezogen sind.